Hl. Märtyrer Emilian von Silistria

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Gedächtnis: 18. Juli

Prolog von Ochrid[1]

Ikone des Hl. Emilian von Silistra[2]

"Unter der Herrschaft des Apostaten Julian lebte in der trakischen Stadt Dorostolon [heute Silistra] ein junger Mann namens Emilian, ein Diener des Bürgermeisters der Stadt. Als der apostatische Kaiser das Christentum im ganzen römischen Reich durch Feuer und Schwert zu zerstören begann und der Stadthalter des Kaisers nach Dorostolon kam, um die Christen zu töten, fand er keinen einzigen. In der Freude darüber ließ er ein großes Festmahl für die Stadtbewohner von Dorostolon bereiten und befahl Götzenopfer sowie Tag- und Nacht-Feiern in der ganzen Stadt durchzuführen. Jede Nacht ging der heilige Emilian in die heidnischen Tempel, Märkte und Straßen der Stadt und zerschlug alle Götzen mit einem Vorschlaghammer.

Am nächsten Tag herrschte Aufruhr in der Stadt, und alle suchten den Zerstörer ihrer Götter. Ein Bauer, der jeden Morgen an einem Tempel vorbeiging, wurde ergriffen. Emilian, der sah, dass dieser unschuldige Mann leiden würde, sagte zu sich selbst: "Wenn ich meine Werke verberge, welchen Nutzen werde ich von dem empfangen, was ich tat? Werde ich vor Gott nicht als der Mörder dieses unschuldigen Mannes gefunden werden?"

Daher trat er vor den kaiserlichen Stadthalter und bekannte sich zu Allem. Der erzürnte Legat fragte Emilian, wer ihn dazu angestiftet habe. Der Märtyrer Christi antwortete: "Gott und meine Seele befahlen mir, diese leblosen Säulen, die ihr Götter nennt, zu zerstören."

Der Richter befahl daraufhin, Emilian auszupeitschen. Nach der Auspeitschung und weiteren Qualen wurde er lebendig begraben. So endete das irdische Leben des heiligen Emilian, und er wurde am 18. Juli 362 in das himmlische Leben aufgenommen."


Andere Quellen malen ein etwas anderes Bild des Märtyrers. Laut dem Synaxarion war er der Sohn des Stadthalters und nicht nur sein Sklave. Auch sein Martyrium wird hier anders beschrieben: Er sollte im Feuer verbrannt werden, allerdings schlug das Feuer um und vernichtete seine Peiniger, während er zu Gott sang. Daraufhin entschlief er friedlich.

Synaxarion:

[3] Überreste des Antiken Silistra

Die Lesung aus dem Synaxarion für den 18. Juli, an dem wir des heiligen Märtyrers Aemilianus von Silistria in Bulgarien gedenken. Am 18. des Monats feiern wir das Gedenken an den heiligen Märtyrer Emilianus von Durostorum. Als Julian der Abtrünnige im Jahr 361 die kaiserliche Macht an sich riss, schätzte er die Segnungen, die er vom heiligen Konstantin dem Großen und seiner christlichen Erziehung erhalten hatte, nicht, sondern stürzte die öffentliche Ordnung durch seine Tyrannei um, verfluchte Gott und machte sich daran, das Heidentum mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln wiederherzustellen. Er schickte die Beamten, die er für seine Sache gewinnen konnte, in die Provinzen, um die Unterwerfung des Capitolinus zu erreichen. Statthalter von Thrakien. Er begab sich nach Durostorum, der Hauptstadt von Skythien. Bei seiner Ankunft setzte er sich sofort vor das Tribunal und begann, nicht nur die Christen mit dem Tod zu bedrohen, sondern auch diejenigen, die sich weigern würden, sie zu denunzieren. Die Anwesenden fürchteten sich so sehr, dass sie schrien, es gäbe keine Christen in ihrer Stadt, und alle würden den Göttern des Kaisers opfern. Beruhigt und voller Freude ging Kapitolinus zu dem großen Festmahl, das zu seinen Ehren veranstaltet worden war. Während sie alle lautstark feierten, drang Aemilian, ein junger christlicher Adliger, der angesichts der Beleidigung des wahren Gottes nicht schweigen konnte und die Märtyrerkrone an sich reißen wollte, mit einem Hammer bewaffnet in den Tempel ein. Er zertrümmerte alle Götzenbilder, stieß die Leuchter und die Altäre um, auf denen die Opfergaben standen, und schüttete das Trankopfer auf den Boden. Dann zog er sich zurück, ohne beobachtet worden zu sein. Als die Beamten Capitolinus berichteten, was geschehen war, war er außer sich vor Wut und befahl, alles zu tun, um die Schuldigen zu finden.

Die Soldaten, die niemanden fanden und fürchteten, mit leeren Händen zum Tyrannen zurückzukehren, ergriffen einen Bauern, der von den Feldern zurückkehrte, schleppten ihn zum Prätorium und schlugen ihn mit Ruten. Emilian wurde Zeuge dieses Schauspiels und weigerte sich, einen Unschuldigen an seiner Stelle bestrafen zu lassen. Er ging also hin, um sich selbst auszuliefern, und rief, dass er der Schuldige sei. Die überraschten Soldaten zögerten zunächst, führten ihn dann aber mit blutunterlaufenen Augen vor Capitolinus, den finsteren Richter. Sie forderten ihn auf, zu erklären, wer er sei und was ihn zu einer solchen Tat getrieben habe. Aemilian erklärte, er sei sowohl Sklave als auch frei, Sklave Gottes und frei von den Götzen. Und er fügte hinzu: „Die Liebe zu Gott und der Eifer für Christus sowie der Abscheu, den der Anblick dieser leblosen Statuen in mir erweckt hat, haben mich zu dieser Tat getrieben und mir die Kraft gegeben, das zu zerstören, was für das Menschengeschlecht eine Schande ist. Denn es gibt keine größere Schande für uns, die wir als vernunftbegabte Wesen geschaffen wurden, als Wesen ohne Vernunft zu verehren und uns vor dem Werk unserer eigenen Hände zu verneigen. Wir weigern uns, unserem einzigen Gott und Schöpfer die gebührende Ehre zu erweisen. Genug der Rhetorik. Du warst es also, der diesen Frevel begangen hat. Sagte der Magistrat. Emilian entgegnete, er betrachte seine Tat mit Stolz als die edelste und frommste Tat seines Lebens. Capitolinus ordnete an, ihn zu entkleiden, auf den Boden zu legen und heftig zu schlagen, während der Heilige weiterhin das Heidentum verspottete.

Er ließ ihn umdrehen, damit er auch auf die Brust geschlagen werden konnte. Als er erfuhr, dass Emilian der Sohn von Sabazius, dem Präfekten der Stadt, war, erklärte Capitolinus, dass seine adlige Verwandtschaft keine Entschuldigung für sein Verhalten sei und ihn nicht vor der Strafe bewahren würde. Der Heilige selbst weigerte sich, für unschuldig erklärt zu werden oder die mildernden Umstände zu akzeptieren, die seine Vernehmer vorzubringen versuchten, um ihn zu schützen, sondern bestand darauf, dass er mit aller Strenge bestraft werden sollte, damit er nicht der glorreichen Märtyrerkrone beraubt würde. Capitolinus, der vor Wut kochte, verurteilte ihn zum Feuertod und verhängte gegen seinen Vater eine hohe Geldstrafe, da er ihn der Nachlässigkeit für schuldig befand. Die Soldaten ergriffen den Heiligen sofort und brachten ihn aus der Stadt an die Ufer der Donau, wo bereits ein Scheiterhaufen entzündet worden war. Sobald er auf den Scheiterhaufen geworfen worden war, wendeten sich die Flammen von seinem Körper zu seinen Peinigern und verbrannten sie zu Asche, während der Heilige weiter das Lob Gottes sang, so wie es die jungen Männer im Schmelzofen von Babylon getan hatten, er machte das Kreuzzeichen, und nachdem er seine Seele in Gottes Hände gelegt hatte, schlief er friedlich ein. Am 18. Juli des Jahres 362 gelang es der Frau des Capitolinus, die insgeheim Christin war, den Leichnam des heiligen Märtyrers von ihrem Mann zu erlangen und ihn frommen Christen anzuvertrauen, die ihn drei Stadien von Durostorum entfernt bestatteten. Durch die Gebete unserer heiligen Väter, o Herr Jesus Christus, unser Gott, erbarme dich unser und rette uns.

Reliquien und geweihte Kirchen

Die Reliquien des Märtyrers sollen nach einer Quelle[4] nach Konstantinopel übertragen worden sein und dort in einer ihm geweihten Kirche verweilen. Diese Kirche findet sich jedoch nicht im Netz. Es ist möglich, dass sie sowie die Kirche während der Geschichte der Stadt verloren gingen.

In Silistra entstand 5 Jahre nach der Christianisierung der Bulgaren im Jahr 865 eine Basilika, die als Sitz des Bischofs Nikolai der Diözese Drastar (mittelalterlicher Begriff für Dorostol) fungierte. Diese wurde über dem Todesort des hl. Emilian errichtet. [5] Der Fall dieser Kirche ist ebenfalls unklar: Laut dem Synaxarion starb der Märtyrer an der Donau. Entlang des Flusslaufs ist allerdings nichts zu entdecken, was an eine Kirche erinnern könnte.

Laut einer anderen Internetseite[6] existiert die Kirche noch im Herzen der Stadt. Schaut man genau hin so entdeckt man auch ein großes Gebäude, dessen Form an eine Basilika erinnern könnte und in der Nähe der gesetzten Markierung liegt. Auch wäre sie, wenn auch nicht streng geostet, nach Südosten ausgerichtet, was in Europa der Richtung des Sonnenaufgangs entspricht.

Auch ist es auf Google Maps mit der Markierung "БОЖИЯ ЦЪРКВА СИЛИСТРА" (Übersetzung: "Gottes Kirche Silistra") versehen. An der Nordseite findet sich ebenfalls ein Plakat mit der Aufschrift:

БОЖИЯ ЦЪРКВА

  • ЕВАНГЕЛСКИ ПЕСНИ
  • ПРОПОВЕД ОТ БИБЛИЯТА
  • МОЛИТВА ЗА ИЗЦЕЛЕНИЕ И БЛАГОСЛОВЕНИЕ

НЕДЕЛЯ - 10:30 ч.

(Deutsch: Gottes Kirche

  • Evangelische Lieder
  • Predigt aus der Bibel
  • Gebet für Heilung und Segen

Sonntag - 10:30 Uhr)

Es ist gut möglich, dass es sich hier um eine ehemalige Basilika handelt. Ob es sich dabei tatsächlich um den ehemaligen Bischofssitz handelt ist letztendlich aufgrund der widersprüchlichen Aussage des Synaxarions unklar.

Heute ist das Gebäude belegt mit vielen kleinen Geschäften und in einem äußerlich sehr schlechtem Zustand. Man könnte Mutmaßungen anstellen, dass die Basilika während des letzten turbulenten Jahrhunderts vernachlässigt wurde.

Quellen